© Universität Mannheim, 2018. All Rights Reserved.

Band 23: Finanzmarkterwartungen von Privat-

anlegern - Grundlage für fundiertes Handeln?

(2012)

 

von C. Merkle und M. Weber

 

Schon Karl Valentin wusste: „Prognosen sind schwierig, vor allem

wenn sie die Zukunft betreffen.“ Dies gilt insbesondere für

Finanzmärkte, da im Gegensatz etwa zu einer Wetterprognose,

Erwartungen selbst die Preise beeinflussen können: Immer dann,

wenn eine ausreichende Zahl an Investoren nach diesen

Erwartungen handelt und Preiseffekte auslöst.

Eine Aktienmarktprognose muss daher neben Fundamentaldaten immer

auch das Verhalten der Anleger berücksichtigen. Dagegen ist von

Meteorologen, die einen Einfluss auf das Wetter ausüben, noch nichts

bekannt geworden. Der berühmte Ökonom Keynes vergleicht den

Aktienmarkt mit einem Schönheitswettbewerb, wie sie zu seiner Zeit

in amerikanischen Preisausschreiben vorkamen. Gewinnen konnte nur,

wer dasjenige Foto auswählte, das auch von der Mehrheit der anderen

Teilnehmer favorisiert wurde. Es ging also nicht in erster Linie darum,

das nach dem eigenen Geschmack schönste Foto auszuwählen, sondern

es musste auch die vermutliche Meinung der anderen Teilnehmer in

Betracht gezogen werden. Nach Keynes Meinung sollte ein ähnliches

Vorgehen auch bei der Aktienauswahl zum Erfolg führen.
Die heute vorherrschende Theorie über die Preisanpassung auf

Finanzmärkten, die Effizienzmarkthypothese, besagt, dass alle historischen Daten und öffentlich bekannten Informationen bereits in den aktuellen Preisen berücksichtigt sind. Überrenditen sind damit höchstens durch die Kenntnis von oder die Suche nach privaten Informationen zu erzielen.
Was bedeutet das für den Privatanleger? In der Regel wird er nicht zu dem Personenkreis gehören, der über Zugang zu privaten Informationen oder über Insiderwissen verfügt. Dementsprechend stellt sich aus seiner Sicht die Marktentwicklung als Zufallsprozess dar, der von dem Eintreffen neuer Informationen und Erkenntnisse bestimmt wird. Seine Renditeerwartungen sollten daher ungefähr der langjährigen Marktrendite entsprechen, da sie einen Anhaltspunkt über die in der Vergangenheit auf diesem Markt erzielte Risikoprämie gibt. Zweifel sind allerdings angebracht, ob Investoren bei der Bestimmung ihrer Rendite- und Risikoerwartung tatsächlich so vorgehen, gerade in einem volatilen Marktumfeld wie dem der letzten Jahre.
Durch die Verfügbarkeit neuer Befragungen und Erhebungen zu Finanzmarkterwartungen von Privatanlegern hat sich auch die Forschung verstärkt mit diesem Thema beschäftigt. Dabei geht es neben der Frage, wie die Erwartungen von Investoren aussehen, vor allen Dingen darum, ob und wie diese in Handelsverhalten und Portfolioauswahl umgesetzt werden. Denn nur wenn Anleger ihren Erwartungen hinreichend vertrauen um darauf ihre Investitionsentscheidungen zu stützen, werden sie relevant auf Marktebene. Insbesondere dann wenn gleichgerichtete Erwartungen existieren, die sich in einer allgemeinen Marktstimmung, dem sogenannten „investor sentiment“ widerspiegeln. Wir betrachten daher zunächst individuelle Finanzmarkterwartungen, ihre Bestimmungsgründe und Auswirkungen, bevor wir dann aggregierte Marktergebnisse untersuchen.

January 03, 2019

Die Börse ist kein Roulette

Viele Anleger scheuen die Börse, weil sie ihnen wie ein gigantisches Roulette-Spiel vorkommt. In der Süddeutschen Zeitung nimmt Seniorprofessor Weber zu dieser Aussage Stellung und erklärt was für langfristige Geldanlage wichtig ist.

November 24, 2018

Reich bleiben im Ruhestand

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet über die Entsparstrategien, die Dr. Philipp Schreiber und Seniorprofessor Martin Weber im 30. Behavioral Finance Band ausführlich dargestellt haben. Der Band ist über unseren Webshop bestellbar.

May 21, 2018

Das Geschlecht und die Risikoaversion

Frauen scheuen Finanzrisiko mehr als Männer - das ist eine zentrale Aussage einer Studie von Seniorprofessor Weber in Zusammenarbeit mit der ING-DiBa. Sowohl die Frankfurter Allgemeine Zeitung, als auch die Stuttgarter Zeitung und das Handelsblatt berichten darüber.

Please reload