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Band 22: Aktuelle Erkenntnisse zum Momentum-

Effekt - The trend is your friend (until it’s not)

(2012)

 

von H. Jacobs und M. Weber

 

„The trend is your friend“ behauptet eine oft bemühte Börsenregel.

Eine andere Praktikerweisheit rät davon ab, ins „fallende

Messer“ zu greifen. Die Logik hinter bei-den Handlungsempfehlungen

ist dieselbe: Preisentwicklungen der Vergangenheit, so die implizite

Argumentation, setzten sich tendenziell in der Zukunft fort. Sie

entwickelten, anders formuliert, Momentum: Gewinneraktien würden

im Durchschnitt auch weiterhin Gewinneraktien bleiben. Deswegen

solle man auf den Trend aufspringen. Verliereraktien hingegen

würden sich auch in der Zukunft tendenziell eher schlecht entwickeln.

Deshalb solle man sich von ihnen fernhalten oder gar auf eine negative

Entwicklung wetten. Das Wissen um diese scheinbar sehr simplen

Zusammenhänge könne man somit nutzen, um einen lukrativen

Handelsansatz – eine sogenannte Momentum-Strategie – zu

konstruieren. Wie viel Wahrheit steckt in diesen Behauptungen?

Auch aufgrund ihrer verblüffend einfachen Denkweise ist der

scheinbare Erfolg von Momentum-Strategien ein in der Forschung

nach wie vor intensiv und auch konträr diskutiertes Phänomen.

Diese Debatte möchten wir Ihnen im Folgenden in aufbereiteter

Form nahebringen. Zunächst beschreiben wir dazu den Aufbau einer

Momentum-Strategie ausführlicher. Danach zeigen wir, in welchen Finanzmärkten bislang ein Momentum-Effekt, d.h. eine im langfristigen Durchschnitt deutlich positive Wertentwicklung einer Momentum-Strategie, nachgewiesen wurde. Dabei wird sich der Effekt als durchaus groß und robust erweisen, was die Frage nach seiner Ursache aufwirft. Hier gibt es verschiedene Ansichten: – Ist eine Momentum-Strategie vielleicht besonders riskant? Mit anderen Worten: Gehen die erzielbaren Renditen mit einem so hohen Risiko einher, dass man risikoadjustiert gar nicht von einer erfolgreichen Handelsstrategie sprechen kann? – Oder sind es systematische Verzerrungen im Investorenverhalten, die für den Momentum-Effekt verantwortlich sind? Mit anderen Worten: Unterliegt zumindest ein Teil der Anleger typischerweise Fehlern in der Informationsverarbei-tung, die sich ausbeuten lassen? – Oder wirkt eine Momentum-Strategie primär nur „auf dem Papier“ so erfolgreich? Mit anderen Worten: Führen Gegebenheiten auf realen Finanz-ärkten dazu, dass man typische Studienergebnisse nicht eins zu eins auf die Praxis übertragen kann?
Wir widmen uns diesen Fragen im Detail und schließen mit einem Ausblick auf mögliche Zukunftsszenarien.

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