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Band 18: Einmal Lotteriespieler - immer

Aktienzocker? Einflussfaktoren auf das

Risikoverhalten von Privatanlegern (2009)

 

von C. Kaufmann, A. Nosic und M. Weber

 

Welche Risikoeinstellung und welches Risikoprofil besitzt ein

Privatanleger? Das ist eine Information, die nicht nur die Anleger

selbst, sondern auch die sie betreuenden Finanzinstitute

interessiert. Zum einen stärkt eine optimale Beratung und

adäquate Aufklärung über Risiken und Chancen die Kundenbindung

und zum anderen besteht eine gesetzliche Verpflichtung zur

Bestimmung der Risikopräferenzen der Anleger. Die vorliegende

Studie befasst sich nun mit den Determinanten, die das

Risikoverhalten und somit die Anlageentscheidung des Kunden

beeinflussen. Dabei identifizieren die Autoren drei Faktoren, die

Risikoverhalten von Anlegern, also deren Investmentverhalten,

bestimmen: die subjektive Risikowahrnehmung, die subjektive

Renditeerwartung und die individuelle Risikoeinstellung. „Allerdings

haben wir festgestellt, dass das Risikoverhalten einer Person nicht

immer stabil sein muss“, betonen die Autoren. Gründe hierfür seien

kontextabhängiges beziehungsweise zeitinstabiles Verhalten der

Anleger. „Unter kontextabhängigem Verhalten verstehen wir, dass es

für ein und dieselbe Person rational sein kann, sich in

Freizeitfragen vollkommen risikofreudig zu verhalten, also beispielsweise Fallschirm zu springen, und in Finanzfragen vollkommen risikoscheu zu sein und etwa nur in Festgeld zu investieren“, so Weber. Im Rahmen ihrer Studie zeigen die Autoren, dass der Begriff Kontextabhängigkeit sogar noch enger zu fassen ist und dass das Investmentverhalten in konstruierten Lotterieentscheidungen vollkommen anders sein kann als bei realen Anlageentscheidungen.

Zudem betonen die Autoren, dass das Verhalten von Investoren im Zeitablauf stark schwanken kann. Verantwortlich hierfür seien vor allem Änderungen in der subjektiven Risikowahrnehmung und in den subjektiven Renditeerwartungen und weniger Änderungen in der individuellen Risikoeinstellung. Im Hinblick auf die Markets in Financial Instruments Directive (MiFID), die von Banken fordert, die Kunden gemäß ihres Risikoprofils zu beraten, zeigen Weber und seine Mitarbeiter Fehler bei der Messung der Risikoeinstellung auf und gehen auch darauf ein ob das Risikoprofil der Kunden regelmäßig erhoben werden sollte.

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