Band 15: Das Anlageverhalten von

Discount-Broker-Kunden (2004)

[Nicht verfügbar]

 

von M. Glaser und M. Weber

 

Wie verhalten sich Privatanleger, wenn sie eigenständig ihre

Anlageentscheidungen am Aktienmarkt treffen können? Wie gehen

Anleger mit der größeren Auswahl an Anlagealternativen um,

welche sich im Zeitalter von Online-Brokern ergeben? Antworten auf

diese Frage sind nicht nur für Privatanleger selbst von Interesse,

sondern auch für Politiker, die private Vermögensbildung fördern

wollen oder für Banken und Online-Broker, die wissen möchten,

wie sich ihre Kunden verhalten bzw. ob bei Kunden Beratungsbedarf

besteht. Dieser Forschungsbericht versucht, die oben genannten

Fragen zu beantworten. Dazu werden zuerst Ergebnisse einer

Anlegerbefragung dargestellt, die der Lehrstuhl für

Bankbetriebslehre bei Kunden eines deutschen Online-Brokers

durchgeführt hat. Außerdem gibt dieser Forschungsbericht einen

Überblick über aktuelle Studien, die das Anlageverhalten von

Discount-Broker- oder Online-Broker-Kunden analysieren und

stellt dabei auch Ergebnisse von Untersuchungen des Lehrstuhls für

Bankbetriebslehre vor. Die dargestellten Studien werten

Transaktionsdaten und Portfoliobestände von Kunden aus.

Banken haben diese Daten in den letzten Jahren vermehrt der

Wissenschaft zugänglich gemacht. Dieser Forschungsbericht

zeigt, dass Privatanleger im Durchschnitt schlechter abschneiden

als der Markt. Außerdem gehen Anleger häufig ein hohes Risiko ein. Sie halten nur wenige Aktien und die Portfolios sind auf wenige Länder oder riskante Industrien konzentriert. Das Internet scheint das Verhalten von Anlegern verändert und zu einem größeren Handelsvolumen geführt zu haben. Die Ergebnisse des Forschungsberichts deuten darauf hin, dass sich Privatanleger nicht immer rational verhalten und sich damit in Form von Renditeeinbußen Schaden zufügen. Ausgehend von diesen Ergebnissen zeigt der Forschungsbericht Ansatzpunkte auf, welche dazu dienen können, die erwartete Rendite des Portfolios zu steigern bzw. das Portfoliorisiko zu senken.

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