Band 17: Anlegen mit fundierter Diversifikation Auf der Suche nach dem bestmöglichen „Weltportfolio“

von H. Jacobs, S. Müller und M. Weber

In welche Anlagewerte sollte man gemäß welcher Aufteilungsregel investieren, um die Rendite-Risiko-Struktur eines Portfolios zu optimieren? Mit dieser zentralen Frage sehen sich Privatanleger, die durch überlegte Streuung ihr Vermögen bestmöglich aufteilen möchten, in der Praxis konfrontiert. Dieses Diversifikation genannte Konzept beruht auf dem überlegten Kombinieren von Vermögenswerten, die einerseits eine attraktive erwartete Rendite bieten, sich aber andererseits möglichst unabhängig oder gar gegenläufig voneinander entwickeln. Der Wert eines solch breit gestreuten Portfolios unterliegt dann geringen Schwankungen, ohne dass man dafür auf erwartete Renditen verzichten muss. Aus diesem Grund wird Diversifikation häufig als „the only free lunch in investment“ bezeichnet. So unumstritten und ansprechend der Grundgedanke hinter dem Diversifikationskonzept auch ist – das Problem seiner optima-len praktischen Umsetzung bleibt.

Um der Lösung näher zu kommen, haben wir mittels einer empirischen Studie1 für den Zeitraum von 1973 bis 2007 ein breites Spektrum an Diversifikationsmethoden untersucht. Die Ergebnisse, die wir in diesem Artikel vorstellen, sind gute Nachrichten für Kleinanleger: Erstens liefern komplexe mathematische Optimierungsmodelle in der Realität keine besseren Resultate als Diversifikationsstrategien, denen auch Privatinvestoren problemlos folgen können. Zweitens sind diese mit wenigen, simplen Verhaltensweisen erzielbaren Gewinne aus Rendite-Risiko-Sicht substanziell. Aus diesem Grund schlagen wir einen einfach und kostengünstig zu realisierenden Ansatz zur Vermögensstreuung vor. Konkret vergleichen wir die Eignung prominenter Erweiterungen des wissenschaftlichen Markowitz (1952)-Modells mit auf einfachen Investitionsregeln basierenden, heuristisch motivierten Ansätzen zur Kons-truktion eines „Weltportfolios“. Darunter verstehen wir eine möglichst effiziente Aufteilung des liquiden Vermögens auf unterschiedliche Regionen sowie verschiedene, risikobehaftete Anlageklassen (Aktien, Renten, Rohstoffe).

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