Band 8: Momentum-Investment Erträge aus dem Kauf von Gewinnern und dem Verkauf von Verlierern

von H. Zuchel und M. Weber

Gewinneraktien sollte man mittelfristig im Portfolio behalten, oder sogar noch zukaufen, weil Gewinner mittelfristig tendenziell Gewinner bleiben. Und von Verliereraktien sollte man sich trennen, weil diese auch künftig eher schlechter rentieren. So schnitten auf dem deutschen Aktienmarkt seit 1973 die Gewinneraktien der vergangen sechs Monate im folgenden Jahr um durchschnittlich 12,4 Prozentpunkte besser ab als die Verliereraktie der letzten sechs Monate. Die Renditedifferenz wird als „Momentumeffekt“ bezeichnet. Wir stellen Ihnen einen Ansatz aus der Forschungsrichtung Behavioral Finance zur Erklärung des Momentumeffekts vor. Daneben belegen wir empirisch, dass der Momentumeffekt

  1. von der Gesamtmarktentwicklung abhängt,
  2. im Jahresablauf saisonal schwankt und
  3. bei kleineren, nur von wenigen Analysten betreuten Unternehmen stärker ausgeprägt ist.

Diese Resultate erlauben einem Anleger ganz praktisch eine Einschätzung, inwiefern einzelne Aktien seines Portfolios dem Momentumeffekt unterliegen.

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